Frieden

Die Kraft der Farben die das Innere erfüllt, lässt vergessen welche Gewalten, angetrieben durch den Wind, hier auf ihren Einsatz warten. Innerhalb kurzer Zeit kann ein solch heftiges Wetter entstehen, das man sich wünscht eben nicht gerade hier zu sein, nicht dem allem ausgesetzt, in einem kleinen Schiff. Nun denn, selbst gewählt, selbst bestimmt.
Doch gerade ist Zeit um den Blick in das eigene Innere zu richten, in solchen Momenten; Frieden mit sich zu finden.
Hier ist keine Hast, kein Grund unstet immer nur das nächste Ziel zu verfolgen, wenn das eine erreicht wurde. In solchen Momenten genügt es zu sein.
Mein Rücken reisst mich ab und zu aus solchen Betrachtungen. Die Zeit wird nun sehr knapp um diese Jahr noch den Versuch zu starten, rund herum zu segeln. Das tägliche Training hilft zu gesunden, doch unter Last, im falschen Winkel, bremsen mich Stiche im Rücken die Fahrt schon anzugehen.
Timshal lief sehr gut, und die täglichen Handgriffe an den Segeln, Fallen, und Schoten werden immer routinierter. Geschmeidiger könnte ich noch sein, das kommt aber mit der Zeit.
Wenn der Wind frisch gegen an steht, und wir gute Fahrt machen, fliegt die Gischt im gleichmäßigen Takt bis zum vorderen Aufbau, manchmal bis zum Dodger, um anschließend, gedrängt vom Wind, fast horizontal die Scheiben entlang zu rinnen. In der Ferne befreien sich dicke dunkle Wolken von ihrer Last, um mit einem Vorhang aus Regen, den Horizont etwas zu verdunkeln. Die Sonne, die immer wieder Lücken zwischen den Wolken findet, wärmt die Szenerie, Regenbögen entstehen, und die kleine Welt aus Schiff und Natur, ist in solchen Augenblicken perfekt.

Das wollte ich. Unterwegs sein. So wenig als möglich fremdbestimmt. Und es soll lange Zeit nicht aufhören.
Nur sich selbst gegenüber verantwortlich sein, den Kurs selbst bestimmen, das ist Einhandsegeln.
Was fehlt, ist das Teilen der Freude einen Seehund gesehen zu haben, eine besondere Wolkenkonstellation zu entdecken. Alles hat seinen Preis. Meiner ist derzeit, das vermissen eines geliebten Menschen.

Stunden, ja Tagelang an der Pinne zu sitzen, um den Englischen Kanal unter Motor zu durchqueren, ist nicht förderlich für meinen Rücken. Ich warte auf günstigeres Wetter. Noch würde es zeitlich passen. In der Ruhe, in den besonderen Farben hier, liegt die Kraft.