Neue Wege

Manchmal stelle ich mir die Frage, wie es gewesen wäre, weiter zu fahren.
Samt knarzendem Mastfuss, schlechtem Trinkwasser im Haupttank, und die daraus resultierenden Probleme.

Jedesmal komme ich zu den Schluss das es richtig war abzubrechen.

Im Englischen Kanal gab es viele Flauten, viel Strom, und heftige, lange anhaltenden Böen.
Durch den alten Schwell rollte Timshal stundenlang bis zu 26 Grad von einer Seite auf die andere.
Ein paar Mal stieg mir eine Welle von der Seite in das Cockpit als Timshal dahintrieb. Nervenaufreibend, aber schlimmer noch für das Rigg.
Ich denke Unterzüge für die Oberwanten zu bauen hat sich hier bewährt.

Dann der Atlantik. Nördlich Portugal tobte ein Sturm der uns weiter südlich bis zu 5 Meter hohe, kurz aufeinanderfolgende Wellen bescherte, wobei der Wind in meinem Seegebiet keinen Anlass für derartige Wellen gab.
Auf der Hälfte der Fahrt passte die Wellenhöhe nicht zum Wind, oft nicht einmal die Richtung. Konfuse, sich kreuzende Seen.
Timshal wurde ordentlich malträtiert.

Irgendwann in diesen Zuge hat sich die Verbindung vom Stempel unter Deck und Mastfuss gelockert.
Noch monatelang damit fahren zu wollen erschien mir nicht richtig.

Das Wasser dass ich aus dem Haupttank trank, machte mich krank. Mit Durchfall, Zittern, Schwäche, und zutiefst erschöpft, musste ich Timshal und mich durch die Tage bringen.
Viel zu spät erkannte ich, dass dieses Wasser anders schmeckt und ich immer mehr Durst hatte trotz reichlichem Trinken.
Ich stieg auf das Wasser in den Kanistern um.
Von da an ging es mir sehr langsam, aber kontinuierlich besser. 200 Liter Trinkwasser waren nun also dahin.
Das Risiko einzugehen den Verlust durch einen HandWassermacher kompensieren zu wollen, zumal dieser sowieso schon für mindestens einhundert Liter Ergänzung gedacht war, wollte ich nicht eingehen. Auch hatte ich nur die eine, die verbaute Membrane dabei. Abbruch der Umrundung, so schwer es auch fiel.

Eine Erklärung, dass das Wasser ungenießbar wurde, wäre die Zugabe vom Chlor in den Tank.
Hier wurde jahrelang mit Silber desinfiziert.
Eine Reaktion der beiden Substanzen kann nicht ausgeschlossen werden, und wäre giftig. So sagten mir dies zumindest ein paar Menschen, darunter auch ein Chemiker.

Timshal hatte sich sehr gut verhalten in den Seen, sie ist ein Klasse Schiff. Mit bis zu 10,4 kn ging es im Surf die Wellen herunter.

Eine Welle brach direkt über ihr und drückte sie regelrecht nach unten. Tagelange heftige Beanspruchung des Riggs durch schlagende Segel im hohen, kurzem Schwell. Das alles in so kurzer Zeit. Und trotzdem kein Riss, keine Einbußen im Material, außer eben der gelockerte Mastfuss.

Timshal wird diesen Winter in Spanien bleiben. Hier kann ich bei guten Temperaturen die Anbindung des Stempels unter dem Mastfuss reparieren und den Wassertank reinigen.
Auch habe ich hier sehr nette Menschen kennengelernt, mit interessanten Lebensentwürfen und Ideen. Und eine kleine, halb verhungerte Straßenkatze fand den Weg zu Timshal und ruht sich nun aus. Eventuell möchte sie bleiben, -sie dürfte.

Im Rahmen meiner Ressourcen habe ich mein Möglichstes getan um dieses Projekt erfolgreich abzuschließen.

Irgendwann in meinem Leben habe ich gelernt, dass erst wenn der alte Weg zerschlagen ist, sich neue Wege auftun.

Also munter bleiben, das Beste geben, anpacken, daran wachsen!

Es gibt viel zu entdecken, gerade auch bei sich selbst.

Und, ich habe ca. 80 Seemeilen Nordöstlich der Kanarischen Inseln noch etwas zu erledigen…

New ways

Sometimes I wonder what it would have been like to go on.
Including creaking mast base, bad drinking water in the main tank, and the resulting problems.

Every time I come to the conclusion that it was right to break off.

There were many lulls in the English Channel, a lot of tide, and heavy, long-lasting gusts.
Through the old threshold Timshal rolled for hours up to 26 degrees from one side to the other.
A couple of times a wave from the side got into the cockpit as Timshal drifted. Nervebreaking, but more worse for the rig.
I think to build downstand beam for the upper want has proven itself here.

Then the Atlantic. North of Portugal raged a storm that brought us further south up to 5 meters high, short successive waves, the wind in my lake area was no reason for such waves.
On half of the ride, the wave height did not match the wind, often not even the direction. Confused, intersecting lakes.
Timshal was properly maltreated.

At some point in this train, the connection has eased from the stamp under deck and mast base.
It did not seem right for me to ride it for months.

The water that I drank from the main tank made me sick. With diarrhea, trembling, weakness, and deeply exhausted, I had to bring Timshal and me through the days.
Much too late, I realized that this water tastes different and I was always more thirsty despite plenty of drinking.
I got on the water in the canisters.
From then on I was very slow, but continuously better. But 200 liters of drinking water were gone now.
To take the risk of wanting to compensate for the loss by a hand water maker, especially since this was already meant for at least one hundred liters supplement, I did not want to go. Also, I had only one, the built membrane.

Canceling the circuit, difficult as it was.

One explanation that the water became undrinkable would be the addition of chlorine to the tank.
Here was disinfected for years with silver.
A reaction of the two substances can not be excluded, and would be toxic. So at least a few people, including a chemist, told me that.

Timshal had behaved very well in the lakes, she is a very good ship. With up to 10.4 kts she surfs down the waves.

A wave broke right over her and pushed her down. Day-long heavy use of the rig by beating sails in the high, short threshold. All in such a short time. And yet no crack, no loss of material, except just the relaxed mast base.

Timshal will stay in Spain this winter. Here I can repair the connection of the stamp under the mast base and clean the water tank at good temperatures.
Also, I met very nice people here, with interesting life plans and ideas. And a small half-starved street cat found his way to Timshal and is now resting. Maybe she wants to stay-she might.

As part of my resources, I have done my utmost to successfully complete this project.

At some point in my life I have learned that only when the old way is broken, new ways open up.

So stay cool, give the best, get started, grow!

There is much to discover, especially with yourself.

And, I still have something to do about 80 nautical miles northeast of the Canary Islands …